Eizellqualität & (unerfüllter) Kinderwunsch

Sie wünschen sich in absehbarer Zeit ein Baby und fragen sich, ob Sie bereits im Vorfeld etwas tun können, um die Chance auf eine baldige Schwangerschaft zu verbessern?

Oder Sie versuchen schon eine gefühlte Ewigkeit schwanger zu werden und es will einfach nicht klappen? Vielleicht haben Sie auch schon einen oder mehrere Behandlungszyklen in einer Kinderwunschpraxis durchlaufen und fragen sich, was Sie noch tun können, um Ihrem Babyglück auf die Sprünge zu helfen.

In den meisten Kinderwunschberatungen geht es vor allem um den Eisprung und die zeitliche Planung um eine Befruchtung zu ermöglichen. Doch leider wird dabei meistens ein wesentlicher Faktor außer Acht gelassen – die Eizellqualität. Dabei ist gerade eine gute Eizellqualität ein entschiedender Punkt für das Zustandekommen und erfolgreiche Austragen einer Schwangerschaft.

Oft wird angenommen, die Befruchtung der Eizelle sei die eigentliche Hürde. Doch eine viel größere Herausforderung ist die Tatsache, dass sich aus der befruchteten Eizelle eine erfolgreiche Schwangerschaft entwickelt.

Der Prozess der Eizellentstehung ist sehr lang. Die Entwicklung der Eizellen beginnt bereits im ersten Drittel einer Schwangerschaft und vor der Geburt einer Frau. In dieser Zeit bilden sich die Eierstöcke und der Eizellvorrat wird angelegt. Mit anderen Worten: ein Mädchen wir bereits mit allen Eizellen geboren, die ihr im Leben zur Verfügung stehen werden.

Bis etwa vier Monate vor dem Eisprung befindet sich eine Eizelle im Ruhezustand, dann fangen einige Eizellen an zu wachsen. Die meisten dieser Eizellen sterben ab, nur eine einzige (in seltenen Fällen zwei) vollendet die Reifung und wird aus dem Eierstock ausgestoßen. Die Eizelle macht sich durch den Eileiter auf den Weg in Richtung Gebärmutter und kann nun befruchtet werden.

Im Laufe der Jahre, die zwischen Eizellentstehung und dem Eisprung liegen, können die Eizellen im Rahmen der normalen Alterung vielen schädigend Einflüssen ausgesetzt sein. Dies ist auch ein Grund für die Abnahme der Fruchtbarkeit mit zunehmendem Lebensalter. Neben anovulatorischen Zyklen (Zyklen ohne Eisprung), die mit zunehmendem Alter der Frau häufiger werden, lassen sowohl die Quantität als auch die Qualität der Eizellen nach.

Die Fähigkeit einer Eizelle sich weiterentwickeln zu können, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Der wichtigste Faktor ist jedoch die korrekte Anzahl von Kopien jedes Chromosoms.

Chromosomale Fehler in Eizellen beeinflussen nicht nur die Fähigkeit schwanger zu werden. Sie sind auch der Hauptgrund für Fehlgeburten. Bei einem Embryo, der sich aus einer Eizelle mit Chromosomenanomalien entwickelt, besteht in jeder Entwicklungsphase das Risiko, dass er sich nicht mehr weiterentwickeln kann und es zu einer (frühen) Fehlgeburt kommt.

Ein bekanntes Beispiel für eine Chromosomenanomalie ist Trisomie 21 (Downsyndrom), bei dem es eine zusätzliche Kopie des Chromosoms 21 gibt. Bei dieser Anomalie hat der Fötus allerdings die Möglichkeit, sich weiterzuentwickeln und bis zur Geburt und darüber hinaus zu überleben.

Neben einem überzähligen Chromosom gibt es auch Fälle, in denen eines fehlt oder andere komplexe Störungen in der Eizelle vorliegen.

Die meisten Chromosomenfehler entwickeln sich kurz vor dem Eisprung. Läuft bei dem Prozess der Zellteilung (sog. Meiose) etwas schief, hat die Eizelle am Ende eine falsche Anzahl an Chromosomen.

Je älter eine Frau ist, desto mehr Eizellen sind wahrscheinlich von einem chromosomalen Fehler betroffen. Doch selbst bei Frauen unter 35 Jahren weist ein Teil der Eizellen Chromosomenfehler auf.

Das Alter ist allerdings nicht der einzige Faktor, der die Eizellqualität bestimmt. Bei verschiedenen Frauen gleichen Alters kann die Eizellqualität stark schwanken.

Bislang ging man davon aus, das Chromosomenfehler nicht beeinflusst werden können, doch die jüngere Forschung zeigt, dass Lebensstilfaktoren und die Versorgung mit Nährstoffen durchaus einen Einfluss haben.

Viele klinische Studien deuten darauf hin, dass die Vermeidung bestimmter Giftstoffe und die Versorgung mit Mikronährstoffen den Anteil qualitativ hochwertiger Eizellen mit einer korrekten Chromosomenzahl erhöhen kann.

Wir sind heute einer Vielzahl an Umwelttoxinen ausgesetzt. Dazu gehören zum Beispiel Pestizide, Weichmacher wie Bisphenol A (BPA), Phthalate, Blei, Quecksilber, Arsen, per- und polyfluorierte Chemikalien (PFAS oder PFC), Dioxin, Flammschutzmittel und andere mehr.

Einige davon stehen im Verdacht, die Fruchtbarkeit von Frau und Mann ungünstig zu beeinflussen. Beispielsweise wirken manche Problemstoffe östrogenartig (sog. Xenoöstrogene), andere wiederum können negative Auswirkungen auf den Schilddrüsenstoffwechsel haben.

Diese Toxine verbergen sich in vielen Alltagsgegenständen, im Trinkwasser, in der Nahrung, in Kosmetik- und Körperpflegeprodukten, Kleidung, Medikamenten, Reinigungs- und Waschmitteln, Möbeln, Teppichen, in der Atemluft, …

Wir können diesen Problemstoffen nicht vollständig ausweichen. Allerdings können wir im ersten Schritt ein Bewusstsein für die Problematik entwickeln und die Belastung im Alltag so gering wie möglich halten.

Zusätzlich empfiehlt es sich, vor einer Schwangersschaft zunächst eine mehrwöchige Entgiftung durchzuführen und Toxine gezielt auszuleiten. Andere Störfaktoren für die Fruchtbarkeit wie etwa die jahrelange Einnahme von Hormonen zur Verhütung oder häufige Antibiotikagaben, die das Darmmilieu geschädigt haben, können in diesem Zusammenhang gleich mitberücksichtigt werden. Die Naturheilkunde bietet hier eine Fülle von Möglichkeiten.

Darüber hinaus sollte die Ernährung, wenn nicht bereits geschehen, auf eine vitalstoffreiche Kost, möglichst in Bio-Qualität, umgestellt werden. Nahrungsergänzungsmittel können zusätzlich hilfreich sein, um Nährstoffdefizite auszugleichen.

Es gibt viele Gründe, warum sich eine gewünschte Schwangerschaft nicht einstellt oder frühzeitig mit einer Fehlgeburt endet. Eine Ursache kann eine mangelnde Eizellqualtität sein.

Unabhängig davon, ob Sie sich noch in der frühen Kinderwunschphase befinden oder bereits einige Maßnahmen zur Erfüllung Ihres Kinderwunsches unternommen haben, lohnt es sich, im Rahmen einer Entgiftung erstmal „das Nest für den Nachwuchs zu reinigen“ und die eigene Gesundheit insgesamt zu stärken.

Literatur:
Das alternative Kinderwunschbuch, Magret Madejsky, Arkana-Verlag 1. Auflage 2015
Entgiften mit Heilkräutern, Margret Madejsky, AT Verlag AG Aarau und München 2024
Am Anfang ist das Ei, Rebecca Fett, Narayana Verlag, 3. komplett überarbeitete und erweiterte Auflage 2021